Kulturabend 2019

Kulturabend der Abiturienten 2019
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„Mann, war dat hej schön! - Verdamp‘ schön!” Mit diesem wechselseitig zu sprechenden Motto stimmten die Moderatoren Andreas Schmitz und Samuel Dubale alias Dean Martin und Sammy Davies jr. in echter „Rat Pack” - Manier mit obligatorischem Jim Beam alias Apfelsaft im Glas das Publikum schon von Anfang an auf Begeisterung ein. Die Großspurigkeit der beiden Kommunionanzugsentertainer sollte Recht behalten. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die Abiband. Konstantin Saas (Drums), Janni Spitz (Keyboard), Simon Brenner (Bass), Philipp Freimut (Klavier, Westerngitarre, Strat), Florian Keller (Paula) und Marcel Gold (Westerngitarre) legten den Klangteppich aus für eine ganze Kompanie von erstklassigen Sängern. Johanna Hellbach eröffnete den Abend mit Wheatus, schön dreckig gesungen, dabei aber beileibe kein „Teenage Dirtbag”. Andreas Wolf wagte sich erfolgreich an Hoziers „Take Me To Church”. Marcel Gold sang mit Jule Hendgen alias Alex & Sierra das Liebesduett „Little Do You Know”. Im zweiten Teil des Abends erstaunte Magdalena Vaßen, als das zierliche Persönchen plötzlich die Bryan-Adams-Kreissäge auspackte und „Summer of 69” ablieferte. Lina Bilo kontrastierte dazu mit warmer Stevie- Nicks-Gänsehaut-Samtstimme und sorgte dafür, dass ein Ed Sheeran-Song endlich mal schön gesungen wurde. Nicht zuletzt Janni Spitz mit „Hallelujah” und „Imagine” sowie Florian Keller alias Dave Grohl von den Foo Fighters mit „Best of You” stellten unter Beweis, dass allein schon diese Band eine komplette Sendung von „The Voice of Germany” bestreiten kann. Die zweite Folge würden dann die Solisten bestreiten: Pascal Kasper weihte das Publikum in die Geheimnisse des Beatboxens ein, wobei er sogar zweistimmig sang und die eigene Rhythmusgruppe mithilfe seiner Sprechwerkzeuge ertönen ließ. Philipp Freimuth überführte den Metallica-Klassiker „Nothing Else Matters” virtuos in eine klassische Piano-Version über. Alessa Kaufmann (Querflöte) und Cathèrine Henzgen (Klavierbegleitung) boten mit „Daydream” und dem Bach‘schen „Ave Maria” bezaubernd romantische Einlagen.

Zwischen diesen musikalischen Glanzlichtern bot der Jahrgang Nachdenkliches in Form von Poetry Slam-Beiträgen und literarischen Dialogen. Elisabeth Dingendorf und Luisa Mentenich z. B. brachten das Publikum zum Lachen mit einem Tagebuch, das die Charakteristika der einzelnen Jahrgänge zwischen „Law&Order”–5ern, pubertierenden 8ern und abgebrühten Oberstuflern satirisch beleuchtete. Anastasia Schleis verglich die „Bildungsanstalt Schule” mit einem Irrenhaus und lieferte eine harsche und messerscharf formulierte Gesamtkritik des deutschen Schulsystems aus konservativ-antiföderaler Sicht, die man unserer Bildungsministerkonferenz ruhig mal als Arbeitspapier auf den Tisch legen sollte. Anna-Mirelia Ruppel und ihr Team stellten die Ergebnisse der Abiturienten-Akademie, die das Thema „Heimat und Migration” bearbeitet hatte, in tiefsinnigen Texten und Gedichten vor und riefen auf zu mehr Empathie, Freiheit und Gerechtigkeit. Für heitere Momente sorgten die Slapstickeinlagen von Jan-Malte Pixius und Torben Vogt alias Stan Laurel und Oliver Hardy, die Trinkbecherjonglage „Cupsong”, die ans Prager Schwarze Theater erinnernde „Blue Man Group”- Tanzakrobatik der Cheerleader und die Musikvideos des Spanisch-LK.

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​Zwei der Solisten stachen besonders heraus. Anna-Lena Pabst, begleitet von ihrem Musiklehrer Karl-Heinz Lindemann, erspielte sich Standing Ovations und zahlreiche „Bravos” mit dem III. Satz aus Max Bruchs Violinkonzert op. 26. Ihr Finale Allegro energico war „der Hammer”. Die längst in der Tagespresse als Künstlerin von Renommee geltende Virtuosin zeigt hier ihr außergewöhnliches Können.

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Neben ihr bestand Viktoria Eicher wegen ihrer Vielseitigkeit („Die Frau kann alles!” Zitat Samuel Dubale): Als Tänzerin zeigte sie Anmut- und Würde, als die Musiktechnik kurz versagte. Als Kammersängerin lieferte sie, begleitet von Margareta Rembeck, die Arie der Mimi aus „La Bohème” ab, in einem Poetry Slam – Text gelang es ihr, Willi Astor zu übertrumpfen, indem sie sämtliche Namen ihrer Jahrgangstufe zu einem spannenden Märchen über die Entlarvung eines falschen Bischofs verwob. Und nicht zuletzt glänzte sie als Solistin neben Janni Spitz und Anna Tieftrunk in den Stücken des Abichores. Dieser war wieder von Wolfram Hartleif auf Vordermann gebracht worden und lieferte aktuelle Pophits wie z. B. „Don‘t Stop Believing” oder „All About That Bass” und ein ABBA-Medley in pfiffigen rhythmischen Arrangements.

Am Ende geht ein Dankeschön an die Technik (Barbara, Janik und Johannes) für Licht und Ton, ein weiteres an das Organisatorenteam des Abends, an das CarMen-Team und an die Hausmeister und Herrn Schmitt und alle weiteren unbekannten Supportkräfte für die Unterstützung.

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Das Publikum konnte sich am Ende des Abends sicher dem Motto anschließen: „Mann, war dat hej schön! - Verdamp‘ schön!” Und wer mit seinem Glückslos eines der Kunstwerke aus dem BK-Unterricht der 13er ergattern konnte, war trotz der fortgeschrittenen Nachtzeit noch angeregt und besonders glücklich.

Von Peter Markovic

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