¡Hola! zum Argentinienaustausch

¡Hola!

Wir heißen Julia und Delia, sind 18 Jahre alt und Schülerinnen der MSS 13. Dieses Jahr haben wir an einem Austauschprogramm mit einer argentinischen Schule teilgenommen. Das „Instituto Juan Gutenberg“ befindet sich in Mar del Plata an der Ostküste des Landes und die Schüler lernen hier vom Kindergartenalter an Deutsch.
Wie Sie vielleicht bereits wissen, bietet unsere Schule ab der Oberstufe Spanischunterricht an, der in jedem Jahrgang auf großes Interesse stößt. Als unsere Schule im Herbst 2017 aus Argentinien die Anfrage erhielt, ob es in unserer Stufe Interessenten gäbe, die an dem von argentinischer Seite aus jährlich durchgeführten Austausch teilnehmen wollten, waren wir beide sofort begeistert. Bis zum November konnten wir unseren ausgefüllten Anmeldebogen nach Argentinien schicken und bald darauf erhielten wir die ersten Nachrichten von unseren Austauschpartnern, Giuliana und Ramiro, beide 17 Jahre alt.Am 7. Februar diesen Jahres konnten wir die beiden bei uns zu Hause begrüßen, wo sie die nächsten elf Wochen mit uns verbringen sollten. Wir waren, wie Giuliana und Ramiro, sehr gespannt, uns gegenseitig kennenzulernen. Schon die Autofahrt vom Frankfurter Flughafen nach Koblenz war sehr unterhaltsam, da es zu ersten kulturell und sprachlich bedingten Missverständnissen kam. Eines davon war die Verwechslung von „Mate“ und „Mathe“. Mate ist das Kultgetränk der Argentinier, von dem wir bis dahin noch nicht viel wussten, das wir aber bald probieren und später sogar regelmäßig trinken sollten. Nach den Karnevalstagen, an denen beide direkt einen ersten Einblick in die rheinische Kultur erhalten hatten, begleiteten sie uns während der folgenden Wochen zur Schule und wurden von allen freundlich aufgenommen. In unserer knapp bemessenen Freizeit und an den Wochenenden bemühten wir uns trotz der laufenden Klausurenphase möglichst viel gemeinsam mit unseren Austauschpartnern zu unternehmen. So waren wir unter anderem gemeinsam in Koblenz, Köln, Trier, Bonn, Frankfurt und Luxemburg unterwegs und haben die nahegelegenen Sehenswürdigkeiten besucht. Die Osterferien haben beide an unterschiedlichen Orten verbracht. Giuliana hat mit einer Schulfreundin aus Argentinien eine selbstorganisierte Europareise gemacht, während Ramiro ebenfalls mit einem Schulfreund in Prag und Wien sowie mit seiner deutschen Gastfamilie in Italien war. Der Abschied aus Deutschland am 26. April war für Giuliana und Ramiro sehr schwer, beide wären gerne länger hier geblieben.
Bei uns hingegen stieg die Vorfreude im Hinblick auf unseren bevorstehenden siebeneinhalbwöchigen Gegenbesuch bei unseren argentinischen Freunden während unserer letzten Sommerferien. Mitte Juni sind wir schließlich von Frankfurt aus nach Buenos Aires geflogen, wo wir von Ramiros Mutter abgeholt wurden. Vor uns lagen weitere 400 km Autofahrt. Der Empfang in unseren jeweiligen Gastfamilien, die im Zentrum der Stadt leben, war sehr herzlich. Nachdem uns die Verständigung am ersten Tag noch äußerst schwer gefallen war, lernten wir nun, nicht nur sprachlich, von Tag zu Tag dazu. Gleich am ersten Tag nach unserer Ankunft begleiteten wir unsere Austauschschüler in deren Schule und lernten den argentinischen Schulalltag kennen. Dieser unterscheidet sich wesentlich von dem, den wir von zu Hause gewohnt sind. Der Unterricht beginnt hier um 7:45 Uhr und geht bis circa 15:00/16:00 Uhr. Die Unterrichtsstunden dauern eine Zeitstunde und Freistunden existieren nicht. Selbst wenn Unterricht ausfällt, müssen die Schüler bis zum eigentlichen Schulschluss im Gebäude bleiben. Für uns besonders gewöhnungsbedürftig war die Tatsache, dass die Eingangstür der Schule stets überwacht wird und so unberechtigtes Ein- und Austreten unmöglich war. Im Unterricht arbeiten die Schüler hier um einiges selbstständiger und größtenteils mit ihren Smartphones. Lektüren beispielsweise werden hier nicht mehr in Buchform, sondern als pdf-Datei gelesen. Generell können sich die Schüler ihre Zeit vergleichsweise freier einteilen, da die  Unterrichtsatmosphäre überwiegend extrem locker ist. Solange die Schüler ihre Aufgaben irgendwie bearbeiten, können sie ansonsten nahezu machen, was sie wollen. Zusammenfassend haben wir unser deutsches Schulsystem während unseres mehrwöchigen Unterrichtsbesuchs in Argentinien schätzen gelernt.

Doch nun zu Mar del Plata: Die Stadt hat zwar kaum Sehenswürdigkeiten, dafür aber riesige Strände. Jetzt im argentinischen Winter war hier allerdings nicht viel los. In unserer Freizeit waren wir entweder an der Küste oder im Stadtzentrum aufgehalten. Meist waren wir in kleineren Gruppen unterwegs, alleine durften wir uns, spätestens sobald es dunkel wurde, nicht mehr bewegen und auch sonst waren wir stets angehalten, besonders aufmerksam zu sein, da die Sicherheitslage in Argentinien eine andere ist als in Deutschland. Dennoch fühlten wir uns insgesamt sehr wohl. Im Laufe unseres Aufenthaltes haben wir das argentinische Leben, die argentinische Kultur und nicht zuletzt auch das argentinische Essen kennengelernt. Unter anderem haben wir viel Mate getrunken, Empanadas gegessen, an einigen Asados teilgenommen und die unzähligen typischen Süßigkeiten, die fast immer dulce de leche enthalten, probiert. Vor allem aber haben wir viele tolle Erfahrungen gemacht und sehr nette und gastfreundliche Menschen kennengelernt. Die zweiwöchigen Winterferien gaben uns schließlich die Gelegenheit, teils mit und teils ohne unsere Gastfamilien in ganz verschiedene Regionen Argentiniens zu reisen, wo wir spektakuläre Landschaften und Kulturen erkunden konnten. Zusammengenommen waren wir rund um Buenos Aires, Córdoba, Catamarca, Salta und die Wasserfälle bei Puerto Iguazú unterwegs. Jede dieser Regionen war einzigartig, denn Argentinien zeichnet sich durch äußerst unterschiedliche Landschaftsbilder und Klimata aus. Insgesamt hatten wir einen spannenden und unvergesslichen Aufenthalt in Argentinien und können es nur empfehlen, die Möglichkeit, dieses Land kennenzulernen, zu nutzen.
Vor allem interessierten Schülerinnen und Schülern der MSS 11 und 12 stehen wir gerne für Rückfragen zur Verfügung. Vielleicht werden ja schon im nächsten Jahr weitere Schüler(innen) unserer Schule an diesem außergewöhnlichen Austausch teilnehmen…

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