Schüleraustausch mit der französischen Partnerstadt Nevers

Begegnung mit Nachbarn
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Bereits vom 30. März bis zum 6. April 2017 haben sich die Schülerinnen und Schüler aus Nevers und Koblenz in Nevers kennenlernen dürfen. Der Gegenbesuch bei uns in Koblenz steht nun an, wenn vom 20. bis zum 27. September die Schülerinnen und Schüler vom Lycée Alain Colas nach Koblenz kommen werden. Die alljährliche Projektarbeit in der es vor allem um interkulturelles Lernen in den gemischten Gruppe geht, beschäftige sich in Frankreich mit dem Thema der Rezeption der Terroranschläge der letzten drei Jahre in Deutschland und Frankreich.

Hier einige Berichte von der Begegnung in Frankreich: 


Ausflug nach Bourges

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Um 8 Uhr sind wir mit dem Bus an der Schule Alain Colas losgefahren. Nach 2h kamen wir dann in Bourges an. Daraufhin besuchten wir die Kathedrale von Bourges, welche im 12. Jhr. erbaut wurde.

Eine Besonderheit der Kathedrale sind die großen, bunten Fenster, die jeweils eine eigene Bedeutung haben.

Nach einem Rundgang und staunendem Schauen in der Kathedrale, machten wir uns dann auf, in deutsch-französischen Gruppen die Stadt zu erkunden. Ein Merkmal des Ortes sind die vielen Fachwerkhäuser, von denen die meisten nach dem Brand von 1487 neu gebaut wurden.

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Außerdem gab es dort viele Shopping-Möglichkeiten, welche in Nevers nicht in dem Maße vorhanden sind. So konnte sich jeder einen eigenen Eindruck von der Stadt machen, bis wir uns um 13.45 Uhr am Palast des Jacques Cœur versammelten. Wir erhielten eine Führung durch das Anwesen, welches 1450 erbaut wurde. Die Architektur des Gebäudes ist sehr innovativ: Es besitzt aufwendig erstellte Galerien, einen Schwitzraum, viele Gänge und Wendeltreppen. All dies konnte nur durch das große Vermögen, welches Jacques Coeur durch den Handel mit dem Orient erlangte, finanziert werden. Dieser Wohnsitz stellt einen Kompromiss zwischen Schloss und Patrizierhaus dar.

Danach fuhren wir wieder mit dem Bus zurück. Die Fahrt wurde von lauter Musik und guter Laune begleitet, bis wir um 17.30 Uhr in Nevers ankamen. Da die Corres bis 18 Uhr Unterricht hatten, hielten wir uns noch selbstständig in der Schule auf. Den Abend verbrachten wir zusammen mit den Austauschpartnern in den Familien.

York & Johannes


Besuch des Burgbauprojektes in Guédelon

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Am Dienstag, den 04. April 2017, um 9 Uhr machten wir, die deutschen Austauschschüler, uns auf den Weg zur Burg Guédelon, einem Burgbauprojekt in Treigny. Sie wird nach Prinzipien der Experimentellen Archäologie gebaut. 

Die Busfahrt, vorbei an Feldern und Wäldern, war trotz der Dauer von einer Stunde entspannt und heiter. Für gute Stimmung sorgte Viktorias Musikbox. Als wir ankamen, hielten wir uns erst im Eingangsbereich des Geländes auf und stärkten uns etwas. Zur allgemeinen Erheiterung führte Celines abenteuerliche Waschaktion ihrer Erdbeeren. 

Anschließend schlenderten wir ein wenig im mittelalterlichen Dorf herum. Dort machten wir Bekanntschaft mit Hängebauchschweinen, Gänsen, Schafen, Eseln & Co, ehe wir einige Minuten später zurück zum Eingang gingen, wo wir freundlich von unserem niederländischen Führer begrüßt wurden. Er führte uns durch die Baustelle und gab uns viele Informationen über den Bau. So fanden wir heraus, dass die Burg seit 1997 gebaut wird und sich nach dem philipinischen Vorbild richtet. 

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Die 70 Angestellten, von denen sich circa 40 aktiv am Bau beteiligen, verwenden nur Werkzeuge und Rohstoffe, die es schon im Mittelalter gab. Allerdings müssen sie sich an die modernen Sicherheitsvorschriften halten und Mundschutz, spezielle Schuhe etc. tragen. 

Finanziert wird das Projekt durch ungefähr 300.000 Besucher jährlich. So können Eisen und Kalkstein gekauft werden, da dies die einzigen Materialien sind, die nicht in der unmittelbaren Nähe vorhanden sind. Ansonsten werden der nahe Steinbruch und der Wald als Materialquellen genutzt. Weil deutlich weniger Arbeiter als im Mittelalter üblich am Bau beteiligt sind, brauchen sie zum Fertigstellen der Burg ca. 25 Jahre und werden voraussichtlich 2022 den Bau abschließen und sich anschließend dem Bau eines mittelalterlichen Dorfes widmen. Nach einer spannenden und interessanten Führung verabschiedeten wir uns von dem netten Niederländer und machten im nahe gelegenen Wäldchen eine Mittagspause.

Um kurz vor halb drei machten wir uns auf den Weg zum Ausgang mit einem kleinen Abstecher in den Souvenirshop. Danach sammelten wir uns und fuhren mit dem Bus zurück nach Nevers. Insgesamt war es ein schöner erfolgreicher Tag.

Lena & Michelle

Fotos: Pascal Holstegge