Ora et labora


Vom 30. September bis zum 2. Oktober 2016 machten sich unsere drei Leistungskurse der Katholischen Religion der Jahrgangsstufe 11-13 auf den Weg nach Himmerod. Bis Wittlich nahmen wir den Zug und von dort an startete der ca. 20 Kilometer lange Fußmarsch in die Abtei.

Nach der langen, aber dennoch abwechslungsreichen Wanderung erreichten wir pünktlich zum Abendessen mit knurrenden Mägen  das Kloster. Dort wurden wir bereits sehnsüchtig von Frau Mählmann mit ihrer Familie und Pater Stephan Senge erwartet.

An diesem Abend merkten alle, dass es nicht viel braucht, um glücklich zu sein – ein einfaches Käsebrot hat genügt. Anschließend ließen wir den Abend gemütlich in der Klause mit altbekannten Liedern ausklingen, wobei wir tatkräftig mit Gitarre und Querflöte begleitet wurden.

Am nächsten Tag nahmen wir unser eigenes Leben genauer unter die Lupe und überlegten, wer oder was Einfluss auf unser Leben hat und wovon wir eigentlich abhängig sind.  Unsere Aufgabe war es, dies künstlerisch in Form eines „Lebenslabyrinthes“ auf einem Stein darzustellen. Anschließend hatten wir freie Zeit zur Verfügung und sollten unseren „Stein des Lebens“ in der Klosterumgebung fotografieren, wobei tolle Kompositionen zu Stande kamen. Diese Bilder wurden uns am Abend in einer meditativen Andacht in Form einer (sehr gelobten) Diashow mit Musik unterlegt, von Herrn Keil präsentiert.
Am Samstagnachmittag stand ein Highlight auf dem Programm: die bereits erwartete Schlammschlacht mit Pater Stephan. Nach dem Mittagessen machten sich alle, die für die Schlacht bereit waren, in Badehose und Bikini, barfuß auf den Weg in den nahegelegenen Klosterwald. Die Schlacht konnte beginnen. Wir fielen, mit Schlamm bewaffnet, über uns her und verpassten uns gegenseitig ordentliche Schlammpackungen. Anschließend reinigten wir uns im eiskalten Bach. Nach einer wärmenden Dusche fühlten wir uns wie neu geboren.
Am Nachmittag besuchten wir noch den nahegelegen Soldatenfriedhof aus dem Zweiten Weltkrieg. Während wir durch die Reihen schritten, sollten wir besonders auf die Namen und Lebensdaten achten. Für die abendliche Andacht sollten wir uns einen Namen eines Gefallenen Soldaten merken und für diesen im Stillen Gebet beten.
Am Sonntagmorgen begaben wir uns nach einer kurzen aber intensiven Andacht auf einen kleinen Spaziergang über einen neulich angelegten Besinnungspfad. Nach der Rückkehr besuchten wir alle gemeinsam die Heilige Messe, gehalten von Pater Stephan, in der Klosterkirche.
An diesem Wochenende lernten wir, dass einige Sachen nicht selbstverständlich sind und wir uns glücklich schätzen können, dass wir in einem gewissen Luxus leben können. Zum Beispiel durften wir am eigenen Leibe, bei der Schlammschlacht erfahren, dass es sehr angenehm ist Schuhe tragen zu dürfen.

von: Franka Schneider, Luca Schwarz, Lena Normann und Torben Vogt (alle MSS 11)