Informationen zur Austauschschule
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von Werner Westinger

Römisch-katholisches Kollegium „St. Josef“ in Bukarest, Rumänien


1816 – 1948
1992 – 2004

Bestehend aus:

Grundschule mit 8 Schulklassen (Klasse 1 – 4)
Mittelstufe mit 7 Schulklassen (Klasse 5 – 8)
Oberstufe mit 10 Schulklassen (Klasse 9 – 12)
Berufsfachschule für medizinische Assistenten mit 6 Schulklassen
1 Tagesraum für Kinder mit sozialen Problemen, in dem auch eine warme Mahlzeit am Tag angeboten wird

Direktoren:

Direktor: Sr. Prof. Dr. Miron Rodica Elena
Geistlicher Direktor: Pr. Riba Ioan
Stellv. Direktor: Prof. Nuta Octavian


Die Geschichte des Kollegiums

Das römisch-katholische Kollegium „St. Josef“ setzt die Tradition katholischer Schulen, die in Rumänien seit dem Jahr 1700 bestehen, fort. Der Anfang der römisch-katholischen Schule ist auf das Jahr 1816 datiert, als der römisch-katholische Bischof Fortuanat Ercolan in Bukarest eine Schule für katholische Kinder gründete. Zuerst fand der Unterricht im Freien statt und später in einem gemieteten Haus. Im Jahr 1823 ist die katholische Schule für Jungen und Mädchen in das Franziskanische Kloster in der Baratiei-Str. umgezogen. Es war in dieser Zeit die einzige Schule im ganzen Fürstentum.

Im Jahr 1844 teilte der Bischof Iosif Malaicri (1825-1847) die Schule in eine Jungenschule in der Baratia-Straße und in eine Mädchenschule mit Sitz in der Calarasilor-Straße 1. Im Jahr 1849 verlegte der Bischof Anghel Pasi  (1848-1863) die Jungendschule in das neue Gebäude in der Calarasilor-Straße 11, das später während der kommunistischen Herrschaft zerstört wurde.

Im Jahr 1873 hat der Erzbischof Ignatius Paoli (1870 – 1885) eine Filiale der Jungenschule gegründet, die in der Stirbei Voda Straße 122 und dann in der Popa Tatu Straße 5 beherbergt war. Im Jahr 1875 hatte diese katholische Schule Grund- und Mittelstufe. Im Jahr 1897 vertraut der Erzbischof Xaveriu Hornstein (1896-1905) beide Jungenschulen der Kongregation der Brüder der Christlichen Schulen an.

In der Zeit von Bischof Raimond Netzhammer (1905-1924) zieht die katholische Jungenschule der Kongregation der Brüder der Christlichen Schulen mit Sitz in der Popa Tatu Straße in den Hof der Kathedrale „St. Josef“ um. Seit dieser Zeit trägt die Jungenschule den Namen „St. Josef“.

Im Jahr 1909 wurde das Gymnasium „St. Josef“ verstaatlicht, behält aber die Freiheit, zusätzliche Fächer zu haben. Unter dem Bischof Alexandru Theodor Cisar (1924 – 1949) wird die Schule „St. Josef“ zum vollständigen Gymnasium mit einer Oberstufe. 1930 werden das erste Mal Abschlussprüfungen abgenommen. Zu dieser Zeit durften Schüler aller Konfessionen die Schule besuchen.

1948, in der Blütezeit des Gymnasiums, schlossen sie die Kommunisten und konfiszierten das Schulgebäude samt Einrichtung, Bibliothek und sämtliche Unterlagen. Die Lehrer wurden ins Gefängnis geworfen und die Schüler auf andere Schulen verteilt. Die Archive wurden zum größten Teil zerstört.

Auf Initiative des jetzigen Erzbischofs von Bukarest, Ioan Robu konnte das Gymnasium (nur Mittel- und Oberstufe) 1992 mit den Regierungserlassen 929/1990 und 451/1991 sowie mit den Verträgen vom 5. Juni und 6. November 1990 zwischen dem Schul- und „Religionsministerium“ wiedereröffnet werden und das alte Gebäude im Hof der Kathedrale „St. Josef“ (General Berthelot Straße 19) beziehen. 1994 wurden mit dem Einverständnis des Schulministeriums wieder die ersten Grundschulklassen gegründet.

1996 zogen einige Klassen aus Platzgründen in das heutige Gebäude in der Oltenitei-Straße 7, das ursprünglich nicht als Schule gedacht war. Da die Schule immer größer wurde (18 Klassen) baute der Erzbischof im Jahr 2000 ein zweites Gebäude, 100 Meter entfernt vom ersten (Oltenitei-Straße 3).

Das Gymnasium ermöglicht ein pädagogisches Praktikum für die Studenten der Katholischen Hochschule für Didaktik der Theologie und deren Fakultät für Sprachen (Englisch, Latein, Rumänisch) so wie für Stundenden der Fakultät für Sozialarbeit der Universität Bukarest. In den wenigen Jahren seit das Gymnasium wieder besteht, sind die Ergebnisse bei Schulwettkämpfen sehr gut. 90 % der Schulabgänger besuchten oder besuchen Universitäten und Fachhochschulen in Rumänien und im Ausland. Das Gymnasium hat eine Sporthalle mit Duschen und Umkleideräumen, einen Informatik-Lehrsaal mit einigen gestifteten Computern, einen  Multimedia-Raum, einen Saal für Aufführungen, ein Tageszentrum, Fachräume und ein Labor.