Sozialpraktikum 2026


Wie in jedem Jahr fand auch diesmal Ende Januar das Sozialpraktikum der zehnten Klassen am BCGK statt. Die Schülerinnen und Schüler durften zwei Wochen lang in verschiedene Einrichtungen reinschnuppern und dort vielfältige Erfahrungen mit Menschen machen. Von Altersheimen, der Arbeit mit beeinträchtigten und psychisch kranken Menschen, Schulen, Kitas, Krankenhäusern, Rehazentren und weiterem war alles dabei.

Während der Vorbereitungszeit für die Präsentation, in der sich die Schülerinnen und Schüler vorher austauschen konnten, hatten wir die Chance einige Eindrücke und Erfahrungen der Praktikanten zu sammeln.


Trotz der vielen unterschiedlichen Praktikumsplätze hatten nahezu alle Teilnehmenden eines gemeinsam: Sie sind dankbar für eine solche Erfahrung und haben einen positiven Blick auf ihre Praktikumszeit. Was viele Schüler und Schülerinnen berichtet haben, war die Dankbarkeit, die ihnen von ihren Mitmenschen entgegengebracht wurde - sowohl von ihren Kolleginnen und Kollegen an der Arbeitsstelle selbst als auch von den Menschen, mit denen sie täglich ihre Zeit verbrachten. Beispielsweise berichtete ein Mädchen, welches auf einer Schule für beeinträchtige Menschen ihr Praktikum absolviert hat, dass die Kinder zwar nicht allzu viel geredet, jedoch durch Gesten und anderes ihre Dankbarkeit gezeigt hätten.

Bei Einrichtungen mit sozialem Brennpunkt muss man jedoch auch mit extremen und emotionalen Geschichten rechnen, die von Menschen dort erzählt werden. Zum Beispiel berichtete uns eine Schülerin, welche in ihrer Praktikumszeit an einer Blindenschule tätig war, dass ein siebenjähriger Junge aus Russland nach Deutschland gekommen sei und seine Blindheit so lange verheimlichen konnte, bis es letztendlich erst in der Schule erkannt wurde.

Eine andere Schülerin, welche im Kindergarten ihr Praktikum absolvierte, erzählte uns, wie ein Junge ihr von seinem Vater im Gefängnis berichtete und dabei direkt dazu erwähnte, dass der Mann trotzdem sein Papa sei und es auch immer sein werde. Anhand dieser Beispiele wird der Optimismus, den viele Menschen trotz ihren Schwierigkeiten und teilweise schlimmen Geschehnisse an den Tag legen, deutlich.

Einige Menschen in Krankenhäusern sind glücklich trotz ihrer schweren Krankheit, die Stimmung im Hospiz war fröhlicher als erwartet und den Kindern wird schon im Kindergarten die Selbstverständlichkeit und die Rücksicht auf Menschen mit Beeinträchtigungen mitgegeben. Eine Schülerin berichtete uns, da sie in einem Kindergarten arbeitete, in dem nur teilweise Kinder mit Beeinträchtigung waren, dass sich alle gegenseitig geholfen hätten und ihr gegenseitiger Umgang sehr respektvoll und wirklich vorbildlich gewesen sei.

Die Stimmung in den Altenheimen war teilweise eher von traurigen Geschichten geprägt, doch auch hier kamen Praktikanten zu einem intensiven Austausch unter den Generationen - verbunden mit dem Gefühl, dass beide Seiten von ihrer Anwesenheit profitiert haben.

Neben den bereits genannten Einrichtungen gab es aber auch etwas Spezifischere, wie beispielsweise eine Praktikumsstelle an einer Therapiereitschule, Auch hier erzählte uns die Schülerin von eindrucksvollen Erlebnissen und dass die Menschen auf den Tieren quasi in ihrer eigenen Welt seien.

Oft waren diese Einrichtungen und die Menschen aber auch ganz anders als erwartet. Eine Schülerin war in den zwei Wochen in einer Einrichtung, welche Obdachlose oder auch Drogenabhängige mit Essen und Trinken versorgt. Sie berichtete, dass obdachlose Menschen nicht immer den üblichen Vorurteilen entsprächen.


Bei einem Sozialpraktikum muss man aber auch mit allem rechnen können, je nachdem, in welcher Art von Einrichtung man tätig ist. Wenn man jedoch Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder Lebensumständen angemessen und respektvoll gegenübertreten kann oder es lernen möchte, dann ist dieses Praktikum dafür eine sehr gute Möglichkeit. Einrichtungen wie diese oder auch Förderschulen werden dafür von den diesjährigen Praktikantinnen und Praktikanten sehr empfohlen.

Insgesamt können die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen positiv und mit vielen schönen sowie auch interessanten Erfahrungen und Erinnerungen aus ihrem Praktikum rausgehen. Alle waren der Meinung sich weiterentwickelt und von ihrem Sozialpraktikum als Mensch profitiert zu haben.        

(Lenie Calovini und Taina Darr, MSS 11)